Frühling in Karlovy Vary 

Städtereise ins Böhmische Bäderdreieck im April 2026


 Samstag,       11.April 2026

 

Nach einer störungsfreien Fahrt erreichen wir Karlovy Vary am frühen Nachmittag. Wir beziehen unserer Quartier und bekommen gleich noch ein paar touristische Tipps vom freundlichen Vermieter. Nach kurzer Rast, das Wetter ist schön und frühlingshaft, starten wir unseren ersten Stadtspaziergang. Von unserer Ferienwohnung ist es nicht weit bis ins Stadtzentrum. Das Mittagessen lassen wir weg und beginnen dann gleich mit Kaffee und Kuchen im Café im Becherovka-Besucher-Centrum.

 

Später treffen wir doch tatsächlich Pavel Domenika und ein paar Freunde zufällig im Zentrum. Die Stadt ist halt klein. Wir verabreden uns für morgen.

 

Wir besuchen ein paar der Touristischen Highlights und verschaffen uns erst einmal einen Überblick. Später gibt original Tschechisches zum Abendbrot und dann geht’s zurück zur Unterkunft.

 

 



 Sonntag,      12.April 2026

 

Heute meinte es das Wetter nicht so gut mit uns. Kalt, Regen und kein Sonnenschein. Wir gehen trotzdem in die Stadt und buchen uns erst einmal zwei Plätze in der „Salzhöhle“, im Elisabethen-Bad, als Versuch Utas Husten zu kurieren oder wenigstens zu lindern. 

Am Nachmittag fahren wir nach Ostrov. Dort besuchen wir Pavel, Domenika und ihre beiden Haustiere. Wir werden toll bewirtet mit Süßem und Herzhaftem. Wir plaudern und besuchen später den Platz wo die beiden demnächst ins eigene Heim ziehen wollen. Leider lässt die erforderliche Straße noch auf sich warten, sodass ein Baubeginn noch nicht absehbar ist. 



 Montag,      13.April 2026

 

Was verbindet uns mit Chopin, Strauss, Goethe, Kafka, Freud, Kipling, Edison, Twain und dem britische König Edward VII? Genau, die waren alle schon einmal in Mariánské Lázně. Mehr als fünfzig Quellen sprudeln hier in der Stadt und spenden ihr Nass zur Heilung unterschiedlichster menschlicher Leiden. 

Die wichtigsten Wahrzeichen der Stadt sind sicher die zahlreichen Jugendstilgebäude und die ausgedehnten Parks, dank derer die Stadt als eine der schönsten „grünen Städte“ Europas gilt. Man kann hier gemütlich spazieren, das Wasser einer der vielen Fontänen und Quellen beobachten, den Duft blühender Blumen und Bäume genießen und sich einfach bei einer Tasse Kaffee und köstlichen Karlsbader Oblaten entspannen. Allerdings waren die Fontänen noch nicht aus dem Winterschlaf erwacht. 

Ein Paar Kilometer von Mariánské Lázně mit seinen Heilquellen und den lebhaften Kolonnaden gibt es einen Ort, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint: Das Naturschutzgebiet Kladské rašeliny (Glatzener Moor) mit einem Lehrpfad inmitten ausgedehnter Wälder. Die barrierefreie Wanderstrecke beginnt bei einem aus Holz errichteten Jagdschloss, welches als Pension und Restaurant dient, und schlängelt sich durch Wiesen, Wälder und Moore um den Kladský rybník (Glatzener Teich). Unterwegs entdecken man einige angenehme Ruheplätze und aufschlussreiche Tafel, die uns mit Wissen über die Natur „füttern“. Auf Grund der Höhe von ca. 850 m ist es hier wieder recht kühl. Nur ca 5°C. Es gibt immer wieder schöne Blicke. Natur pur. Sehr beeindruckend und erholsam. Die Gegend ist gänzlich mobilfunkfrei, was uns die Rückfahrt dann etwas schwierig macht. 

Den Abend lassen wir auf Empfehlung im Restaurant „La Hospoda“, ganz in der Nähe unserer Ferienwohnung ausklingen. Anschließend wollen wir noch einen Geocache heben. Der hat allerdings nur bis 18 Uhr geöffnet. Wir kommen leider zu spät. 



 Dienstag,      14.April 2026

 

Der Tag beginnt heute da, wo der gestrige aufgehört hat. Wir machen uns wieder auf den Weg zum Geocache ganz in der Nähe. Wir werden schnell fündig und bewundern die raffinierte technische Ausstattung. Wer möchte kann hier sogar eine Videobotschaft hinterlassen. 

Dann steigen wir wieder ab ins Stadtzentrum und folgen Utas Routenplanung, Ziel ist der Dianaturm auf der Freundschaftshöhe (Výšina přátelství (556 m)) sein. Über zahlreiche Treppen verlassen wir die Innenstadt und kommen auch noch einmal am alten Postgebäude vorbei welches noch einen alten Leitungsverteilen aus den Anfängen der Fernsprechtechnik trägt. Die Straßen sind mit zahlreichen, zum Teil sehr gut erhaltenen Jugendstilvillen bestanden. Die Russisch-Orthodoxe Kirche St. Peter und Paul ist ein architektonischer Augenschmaus. Auch einen alten Bekannten treffen wir dann. Karel Marx war drei Mal zur Kur hier. Ein Denkmal erinnert an diese Besuche. Weiter geht der Aufstieg über teils steil ansteigende Wanderwege. Wir passieren die ikonischen Statue einer Bergziege am Aussichtspunkt Hirschsprung (Jelení skok), einem weiteren Wahrzeichen der Stadt. An der Büste Peters des Großen erfahren wir das dieser zweimal in Karlsbad weilte und „dann 4 Jahre ein gutes Gefühl hatte“. (?) 

Auf der Freundschaftshöhe angekommen besichtigen wir das Schmetterlingshaus. Die Gastronomie auf dem Berg gefällt uns dann doch nicht. Für den Abstieg nutzen wir die Standseilbahn. Durch das Stadtzentrum geht es zurück zum Quartier.



Mittwoch,      15.April 2026

 

 

 

Wanderung um Boží Dar (Gottesgab) 

Heute treffen wir unseren ehemaligen Gastschüler Pavel und seinen Vater Pavel in Ostrov und fahren dann gemeinsam Richtung Oberwiesenthal und dann weiter nach Crottendorf. Dort gibt es das Crottendorfer Räucherkerzenland. Kaum zu glauben, dass die ersten Räucherkerzen in einer kleinen Küche 1936 hergestellt wurden. Um Boží Dar merkt man, dass es deutlich kälter ist, als in Karlsbad. Wir sind hier auf über 1000 m ü. NN. Erst seit zwei Wochen ist der letzte Schnee getaut. Ein paar Schneereste gibt es immer noch. Wir laufen zum großen Teil auf den Christkindweg. Hier gibt es für große und kleine Menge eine ganze Menge zu entdecken. Anschließend wechseln wir auf den Lehrpfad des Torfmoores, der zum großen Teil wieder auf Holzbohlen verläuft. Die Landschaft ist magisch und wir sind heute fast alleine hier. Immer wieder haben wir einen Blick zum Fichtelberg bzw, zum Keilberg.

 



Donnerstag      16.April 2026

 

Heute besuchen wir Františkovy Lázně, einen weiteren Kurort hier im Bäderdreieck. Der Ort ist kleiner und es geht wesentlich beschaulicher zu. Die Gebäude sind im Großen und Ganzen sehr schön saniert.  Die zahlreichen Quellen sind meist in kleinen Häuschen untergebracht und in Glasbehältern kann man die Heilwasser bestaunen. Die besondere Sehenswürdigkeit, den kleinen František müssen wir eine Weile suchen und uns dann geduldig in einer Schlange anstellen um ein Foto machen zu können. Der Andrang resultiert sicher aus der Geschichte, die sich um den kleinen Kerl rankt.

 

Nach der ausgiebigen Stadtbesichtigung geht es über Cheb zurück. Das ist auch eine interessante Lokation. Der „Wallenstein“ soll hier ermordet worden sein. Auf Empfehlung kehren wir in Café Corso ein. Sehr gute Wahl.

 

Zum Abendessen finden wir uns wieder in unserm „Stammlokal“, dem La Hospoda ein.

 



Freitag          17.April 2026

 

Zuerst besuchen wir heute das Naturschutzgebiet Soos, ca. 6 km nordöstlich von Franzensbad gelegen. Das Gebiet des historischen Soos-Waldes („Soos silva“) mit einer Fläche von 221 ha wurde 1964 zum nationalen Naturschutzgebiet. Das NSG Soos befindet sich ein ausgedehntes Moor- und Torfgebiet, wo in sog. Mofetten – auch Schlammvulkane genannt – unzählige Mineralquellen und reines Kohlendioxid sprudeln. Ein Lehrpfad führt auf dem Grund eines ausgetrockneten Sees entlang, der einst mit salzigem (Mineral-) Wasser gefüllt war. In Soos blieb von ihm eine echte europäische Rarität bewahrt – ein sog. Kieselgurschild.

 

Der erschlossene Teil des NSG umfasst einen 1,2 langen Lehrpfad, einen Geopark, ein Museum mit den Ausstellungen ‚Natur des Egerlandes‘ und ‚Natur im SOOS‘ sowie den Pavillon „Erdgeschichte“, mit einer der Paläontologie gewidmeten Ausstellung, samt großformatigen Reproduktionen der Gemälde von Zdeněk Burian und Modellen prähistorischer Echsen in Lebensgröße. Außerdem gibt es hier als Teil des Naturmuseums die Ausstellung „Vogelwelt des Egerlandes“ zu besuchen. (Quelle: Wikipedia)

 

Nach diesem Naturerlebnis fahren wir in die Stadt Loket und besuchen auch die gleichnamige Burg, die zur Zeit umfangreich saniert wird. Vorab finden wir in einer Seitenstraße noch eine gemütliche Gastronomie in der wir uns einen kleinen Mittagsimbiss servieren lassen. Wegen seines Stadtbildes wurde Loket auch das Böhmische Rothenburg genannt.

 



Samstag        18.April 2026

 

Uta besuch heute noch einmal die Salz-Grotte im Elisabethbad um ihren Husten, der schon viel besser geworden ist, zu kurieren. Wir bummeln dann noch einmal durch die Einkaufsstraßen der Stadt.

 

Am Nachmittag steht dann allerdings noch ein besonderes Event an. Pavel und Domenika begehen ihre (30.) Geburtstage.

 

So können wir in geselliger Runde unsere Urlaubswoche ausklingen lassen.

 



Sonntag

19.April 2026

 

 

Der Tag der Rückreise. Es ist eigentlich eine entspannte Fahrt, wenn es nicht von Zeit zu Zeit wolkenbruchartig regnen würde